7 Stunden KLANG im Marta Herford

Am Sonntag, den 3. Februar, findet im Marta Herford von 11 – 18 Uhr ein vielseitiges musikalisches Programm der Cooperativa Neue Musik statt. Das Programm beinhaltet Konzerte des Cooperativa Ensembles in verschiedenen instrumentalen und vokalen Besetzungen, Kompositionen und Improvisationen, elektronische Klangobjekte, Workshops und Klangaktionen zum Mitmachen, einen dreigliedrigen Vortrag zu Musik und Architektur von Iannis Xenakis sowie experimentelle Textbeiträge. Anlässlich der aktuellen Ausstellung „Brisante Träume – Die Kunst der Weltausstellungen“ finden die Aktionen direkt in den Ausstellungsräumen im Dialog mit den Bildern, Objekten und Installationen statt.
Der Besuch ist während der 7 Stunden zu jeder Zeit möglich.
Parallel an zwei Orten – im Kunstmuseum Ahlen und im Marta Herford – widmet sich die Ausstellung „Brisante Träume – Die Kunst der Weltausstellung“ der faszinierenden Geschichte der Expos. Im Dialog mit zeitgenössischen Künstler*innen rückt die „beste Weltausstellung der Welt“ Themen ins Zentrum, die heute ebenso brisant sind wie vor über 100 Jahren.

Es wird diverse Interventionen des Gesamtensembles vor Robert Delaunays Gemälde Air, fer, eau geben.

Indem Raum „Demokratie und Zerstörung – New York 1939/40“ nimmt meine elektroakustische Komposition robert Bezug auf das Motto „The World of Tomorrow – All Eyes to the Future“. Das Wahrzeichen der Weltausstellung war der über 200 Meter hohe Trylon-Turm.
Wenige Monate nach den Angriffen auf das World Trade Center 2001 machte ich ein Interview mit einem New Yorker, der kurz vor Einsturz der Türme mit einer U-Bahn unter ihnen herfuhr. Die erste Frage des Interviews lautete: „What is tomorrow“.
Der Bezug zwischen dem Zukunftsglauben der Weltausstellung Ende der 30er Jahre, in die dann der 2. Weltkrieg hinein brach zu einem erneut markanten Moment der Geschichte, dem 11. September, der in der Folge mindestens 2 Kriege auslöste und für viele eine Art Ende der unbeschwerten Zukunft bedeutete, spiegelt sich in der elektroakustischen Komposition wider.

Ausgehend von der Kunst Hugo Kükelhaus‘ lade zu einem Soundwalk ein. Kükelhaus sagte: „Nicht das Ohr hört, der Mensch hört“.

Am Tag darauf haben alle Besucher – und die, die nicht kommen konnten – Gelegenheit sich bei einem Jour fixe über das Projekt 7 Stunden KLANG auszutauschen.
Montag, 4.2., 20 Uhr, Capella hospitalis, Bielefeld

Mit Produzenten von Paranüssen im bolivianischen Regenwald

In der Zeit vom 27.12.2018 bis zum 06.01.2019 konnte ich mit Produzenten von Paranüssen durch einen Teil des bolivianischen Regenwaldes reisen und dort mit ihnen leben. Neben außergewöhnlichen Möglichkeiten für field recordings erhielt ich Einsicht in eine harte aber auch sehr naturverbundene Arbeit. Paranüsse werden nicht in Plantagen geerntet, sondern im Regenwald selbst gesammelt. Mehrere Tage Schiffsfahrt auf dem Rio Madre de dios waren ebenso Bestandteil der Reise von Riberalta in Bolivien nach Puerto Maldonado in Peru wie nächtliche Wanderungen durch den Regenwald zu den Camps der Sammler.